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Das eigene Pferd Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Viele stellen sich vorm Kauf ihres ersten Pferdes die Frage: Wie teuer ist so was überhaupt. Welche Arbeit kommt auf mich zu. Wie viel Zeit sollte ich investieren.

Ich möchte darum hier einen kleinen Überblick verschaffen, welche Kosten auf einen zukommen können, welche Haltungsformen es gibt und was man sonst noch beachten sollte.

Die monatlichen Unterbringungs-Kosten
Es ist zum einen Regionsbedingt und zum anderen hängt es auch von der Haltungsart ab, mit welchen monatlichen Kosten man rechnen muss. Bei uns in der Region gibt es im groben drei verschiedene Stallformen: Vollpensionsställe, Selbstversorgerställe und die Haltung in Eigenregie.

Vollpensionsställe
Das sind in der Regel größere Reitbetriebe, die über mehrere Einsteller verfügen, meistens einen Platz oder eine Halle anbieten und für einen Rundumversorgung der Pferde sorgen. Man muss sich also weder ums füttern noch ums misten kümmern. Das ganze hat natürlich seinen Preis. Solche Ställe fangen preislich in der Regel bei ca. 200,-€ Monatsmiete an, wobei hier füttern, Futter, Wasser, misten und eventuell auf die Koppel bringen inklusive ist, sowie Platz- oder Hallennutzung. Instandsetzung der Weiden und Ställe gehört natürlich auch dazu. Abzuklären ist allerdings inwieweit Kraftfutter inklusive ist. Manche Ställe stellen nur Heu/Silage und Stroh, während der Einsteller sein Kraftfutter selbst kaufen muss.

Selbstversorgerställe
Manche Anlagen bieten Selbstversorgerboxen an. Ab ca. 100€ bekommt man dann eine Box und das Raufutter (Heu/Silage/Stroh), füttern, misten, auf die Weide bringen und das Kraftfutter muss man selbst zusteuern. Bei einer größeren Anlage sind dann aber auch hier die Nutzung der Anlage inklusive, sowie die Instandsetzung.

Die Haltung in Eigenregie im eigenen Stall
Hierzu lässt sich kein Pauschalpreis sagen, denn es kommt sehr stark auf die Region an und auch darauf, ob man das ganze Jahr zufüttert oder ob die Pferde im Sommer auf eine 24 Stundenweide kommen und kein zufüttern nötig ist. Der Mietbetrag entfällt natürlich und um hier zu errechnen welche monatlichen Kosten auf einen zukommen sollte man sich vor Ort über die aktuellen Futterpreise informieren.

Die Stallpreise sind natürlich nur cirka Angaben und können stark unterschiedlich sein – je nach Ausstattung der Betriebe. Daher ist es sinnvoll sich im Vorfeld verschiedene Ställe in der Umgebung anzuschauen und die jeweiligen Mietpreise zu erfragen.

Weitere feste Kosten pro Jahr

Hufschmied
Je nachdem ob das Pferd beschlagen ist oder barfuss läuft kommen unterschiedliche Kosten auf den Besitzer zu. Ein Pferd sollte alle 6-8 Wochen dem Schmied vorgestellt werden. Die Kosten hierfür variieren ebenfalls wieder von Region zu Region. Meistens liegen sie für einen Rundumbeschlag mit vier neuen Eisen bei 70€ - 100€.
Ausschneiden ohne Beschlag ist günstiger und kostet in der Regel zwischen 20€ - 45€.

Impfen
Jedes Pferd sollte mindestens Tetanus geimpft sein. Tollwut gehört dann noch mit dazu, wenn man in einem Tollwutgefährdeten Bezirk lebt. Reist das Pferd viel bzw. startet auf Turnieren kommen eventuell noch andere Impfungen, wie z.B. Influenza hinzu.
Das impfen kostet, je nach Wirkstoff, ab 25€. Hierbei ist auch der Impfintervall zu beachten. Tetanus wird alle zwei Jahre geimpft, Tollwut jährlich, Influenza halbjährlich.

Wurmkuren
Je nach Stall wird zwei bis viermal im Jahr entwurmt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 20€/Wurmkur.

Versicherungen
Eine Haftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss. Hierzu sollte man sich am besten verschiedene Angebote einholen. Nicht immer ist die günstigste auch die beste! Manche Versicherungen beinhalten z.B. nicht das Weiderisiko, welches aber natürlich wichtig ist, wenn das Pferd in einer Herde mitläuft. Geklärt werden muss auch, ob die Versicherung auch bei einer Reitbeteiligung in Kraft tritt oder ob hierfür eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden muss. Weitere Versicherungen wie Kranken- oder Lebensversicherung liegen dann im eigenen Ermessen, ob man dies für notwendig befindet oder nicht. Eine Haftpflichtversicherung kostet im Jahr ab ca. 80€ - 100€ aufwärts.

Grundausstattung
Die meisten Pferde werden „nackig“ verkauft, d.h. ohne die notwendige Ausrüstung wie Sattel, Trense und Putzzeug. Darum ist es nicht unwichtig zu wissen, dass man neben der Anschaffung des Pferdes auch noch Geld für die Anschaffung der Ausrüstung einplanen sollte. Je nach Reitweise, eigenem Geschmack und Qualitätsvorstellungen variiert dies natürlich sehr stark. Auch muss nicht alles sofort gekauft werden, sondern nach und nach. Zur Grundausstattung eines Pferdes, welche man vom ersten Tag an haben sollte, gehört:
Halfter + Strick
Putzzeug
Sattel
Satteldecke
Trense
Abschwitzdecke
(Evtl weitere Decken wie Winter- und Regendecke)
Hierfür sollte man nochmals mindestens 1700€ einplanen, damit nicht plötzlich das böse Erwachen kommt und man am falschen Ende sparen muss.

Zahnarzt
Ein jährliche Kontrolle der Zähne sollte ebenfalls eingeplant werden. Schnell bilden sich Haken und das Pferd kann nicht mehr richtig fressen. Dann müssen die Zähne geraspelt werden.
Je nachdem was gemacht werden muss und ob es mit Sedierung gemacht wird oder ohne, kostet so eine Behandlung im Schnitt ab 100€.

Die hier genannten Kosten sind natürlich nur eine Orientierung, was man für die Haltung eines Pferdes mindestens einplanen sollte. Wird das Pferd krank können sich die monatlichen Kosten schnell verdoppeln, verdrei- oder vervierfachen. Ebenso muss man bedenken, dass noch Kosten für weitere Ausrüstung, Zusatzfutter und eventuelles Training dazu kommen können.

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